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Polares Energiewunder: der Eisbär

Bibbern ist nicht sein Metier. Selbst bei minus 50°C friert er einfach nicht und kann stundenlang im eiskalten Wasser schwimmen: Eisbären sind cool, weil sie auch am Kältepol nicht auskühlen. Sie haben sich und ihren Körper über hunderttausende Jahre selbst extremen arktischen Tiefsttemperaturen angepasst und ihren Energiehaushalt entsprechend optimiert.

Ein Geheimnis des Erfolgs von Eisbären auf Schnee und Eis liegt in ihrem Fell. Die schneeweissen Zotteln bieten viel Platz für wärmende kleine Luftblasen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich indes: die einzelnen weissen Haare sind gar nicht weiss. Sie sind vielmehr durchsichtig und hohl. Farbpigmente fehlen im Eisbärenfell. Es ist die Reflexion des Sonnenlichts, die es weiss erscheinen lässt.

Schwarz-weisses Wunder
Die transparenten Haare dienen dem Transport der Sonnenwärme auf die direkt darunterliegende schwarze Haut, welche dank der dunklen Pigmentierung die Wärme perfekt aufnehmen kann. Es folgt eine bis zu zehn cm dicke Speckschicht, die den Eisbären auch bei Temperaturen unter minus 50°C immer noch warmhält.

Die Zotteln, die schwarze Epidermis und die Speckschwarte sorgen dafür, dass der Eisbär die Wärme absorbiert und abstrahlt. So entsteht eine Art Thermoskannen-Effekt, der den arktischen Räuber auch noch nach längeren Phasen ohne Sonnenwärme auf «Betriebstemperatur» hält und ihm sogar stundenlange Schwimmausflüge von einer Eisscholle zur nächsten erlaubt.

Bärige Klimaanlage

Die schwarz pigmentierte Haut absorbiert die Sonnenwärme, strahlt sie wieder ab und wärmt die Luft in den Zotteln. Die Speckschwarte schützt zudem vor Wärmeverlust:

Gut temperiert im Eisbärhaus
Dieses ausgeklügelte und durch die Evolution immer weiter perfektioniertes System fasziniert seit jeher auch Techniker und Ingenieure. So haben Bioniker vom Institut für Textil- und Verfahrenstechnik ITV in Denkendorf bei Stuttgart dieses Eisbärfellprinzip abgeschaut und damit ein Musterhaus für eine neue Generation der solarthermischen Energiegewinnung gebaut. Wie beim natürlichen Eisbärvorbild trifft einfallendes Sonnenlicht auf ein schwarz beschichtetes Textilgewebe und eine hoch poröse Membran mit Wärmetransportschicht. Diese Konstellation sorgt für ein wirksames Erwärmen der durchströmenden Luft. «Eine halbe Stunde Wintersonne reicht, um die Luft unter der Fläche auf 100°C zu erhitzen», so Thomas Stegmeier am ITV Denkendorf.

Die Membran «denkt» mit
Zudem kann die Wärme gespeichert werden: Warme Sommerluft wird in ein Langzeit-Speichersystem mit Silikagel, einem Siliciumdioxid von gelartiger, gummiartiger bis fester Konsistenz, eingeschlossen, in dem sie bis in die Winterzeit hinein «gelagert» werden kann. Eine weitere Schicht in der Gebäudehülle sorgt für eine hohe Wärmedämmung nach aussen – zuständig für das Fernhalten der Winterkälte. So wird die Temperatur im gut 120 m2 grossen Gebäude bei angenehmen 25°C gehalten – ohne Heizung oder Klimaanlage. Die Membran funktioniert übrigens auch umgekehrt: Im Sommer ist das futuristisch ausschauende Eisbärhaus angenehm temperiert. Und dabei sind die textilen Sonnenkollektoren nicht teurer als herkömmliche Systeme.

Mit dem Eisbären in die Zukunft
Das Interesse der Wirtschaft am Muster-Eisbärhaus ist gross. «Viele Architekten und Baufachleute haben den Wunsch geäussert, nach dem Eisbärprinzip zu bauen», kommentierte ITV-Forscher Jamal Sasour wenige Monate nach der Inbetriebnahme. Schon sind erste Folgeprojekte geplant. Ingenieure sähen gerade in textilen Materialien spannende Optionen für neue energieeffiziente Lösungen der Zukunft. So sind zum Beispiel mit Hilfe von sogenanntem Textilbeton Fassadenkonstruktionen mit organischen Strukturen möglich, die extreme Stabilität und nahezu grenzenlose Formgebung vereinen. Sie sind korrosionsbeständig und sehr fest, dabei aber deutlich leichter und schlanker. So lassen sich neben Energie auch Rohstoffe einsparen. Wenn der Eisbär wüsste, was er alles mit seiner Coolness angestossen hat.

17 Bewertung(en)

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  • Pa,

    Ich bin das grösste Raubtier, Ursus maritimus. Einfach genial was ich beeinflusst habe!!

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  • Roger Corpataux,

    sehr interessante Informationen über das mächtige Lebewesen!

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  • Hans Hostettler,

    Beeindruckend, was diese immer so herausgeputzten Tiere an Kälte zu ertragen vermögen. Nachdenklich stimmend den Klimawandel betreffend! In den letzten Jahren diesbezüglich zunehmend besser aufgeklärt, ist dennoch kein, oder nur geringes Reagieren der Menschheit vorhanden. Ein Problem, das sich ja wohl kaum auch bei Ihrer Agentur nicht versichern lässt?

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  • Roland Lochmatter / Atelier für Konservierung & Restaurierung von Kunst und Kulturgütern,

    Sagenhaft.... wenn ich das so lese wäre das ein Ansatz und Teil der Lösung für die Zukunft. Viele Zeit bleibt uns eigentlich nicht mehr den Klimawandel zu stoppen. Wir finden die Bausteine einmal mehr in der Natur. Das Prinzip ist so einleuchtend und nachvollziehbar. Warum Versucht die Menschheit mit all den technischen und Forschungsmöglichkeiten diese Quelle der Natur nicht konsequenter anzuzapfen. Die Antwort ist banal und einfach..wir müssen zuerst alle fossilen Quellen wie Erdöl usw. ausschöpfen. Nicht weil wir es wollen, sondern weil wir es diktiert bekommen von den mächtigen Loobisten dieser Erde, welche dadurch weltweit Unterdrückung, Ausbeutung und flächendeckende Kriege in Kauf nehmen und somit die Apokalypse geradezu provozieren. Wir wissen es zwar alle, aber unser Fatalismus lässt uns in eine Schema der Lethargie, Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit versinken, unter dem Motto.... nach mir die Sintflut....

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  • KarlWiederkehr,

    Ja, nutzen wir die Natur als Vorbild; sie hat meist die besten Lösungen bereit, siehe " Bionik "

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  • Gerhard Steiner,

    Obwohl ich schon selber Eisbären beobachtet habe - und darauf auch vorbereitet war - , habe ich die hier aufbereitete Informatik sehr geschätzt. Danke!

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  • Hans Hunziker Muhen,

    Top Beitrag. Schade nur, dass wir Menschen nicht im Stande sind ( oder wollen nicht ) diese Natur und somit auch den Eisbären zu schützen und zu erhalten.

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  • Fritz Gruber,

    Super Lesebeispiel was der Mensch praktisch alles von der Natur abschauen könnte wenn er wollte! Da ist der Eisbär uns weit voraus und erst noch umweltfreundlich

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  • Ernst Siegrist,

    Gut möglich, dass die Eisbären vor uns von der Erde verschwinden. Ohne Öl- und Energiekrise geht's zuerst den meisten Tieren und dann uns an den Kragen. Gerechter wäre umgekehrt. Aber, was wäre wenn genügend von uns den ersten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit machen würden? Eine schöne Hoffnung...

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  • Jean-Marc Suter, Suter Consulting, Bern,

    Danke an die Basler Versicherung! Dieses Fachwissen muss unbedingt an die breite Bevölkerung ankommen, damit die kommende Volksabstimmung über die Energiestrategie 2050 des Bundesrats und des Bundesparlaments gewonnen wird. DAS ist der Weg zu mehr Energieautonomie für die Schweiz, d.h. zu einer wahren Unabhängigkeit von den fürs Land vitalen, bisher importierten Ressourcen (Erdöl, Erdgas, Uran). Warum denn Energie verschwenden, wenn es bei vergleichbaren Kosten dank moderer, innovativer Technologie auch anders geht? Und wenn wir unter den ersten sind, welche diese Technologie entwickeln, werden wir sie auch exportieren können und damit Hunderte neuer Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen. Das haben wir in der Vergangenheit mit Top-Qualitäts-Schiffmotoren (Sulzer!) getan. Wir werden es auch mit neuen Technologien der Energieeffizienz schaffen!

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  • Kurt Meier,

    Faszinierend! Ein weiterer klarer Beweis, was für einen genialen Schöpfer-Gott wir haben - darum sollten die Menschen sich nicht nur mit dem Eisbär befassen sondern mit dem Erfinder und Erschaffer dieses Meisterwerks.

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    • Brigitte Eichmann,

      Danke Kurt Meier für Ihre absolut treffende Schlussfolgerung!!

    • No God,

      Erfinder und Erschaffer dieses Meisterwerks.......und wer soll das sein?

  • Locher Manfred, Thun,

    Danke für die Einsicht in die genialen Einrichtungen, die dem Eisbären ein Leben in extremem Umfeld ermöglicht. Danke für die Einrichtungen der Basler Versicherungen, die ein Überleben in Notsituationen ermöglicht. Beide Einrichtungen sind offensichtlich nicht durch Gleichgültigkeit und Zufall entstanden! Bemühen Sie doch bei allfällig folgenden, hochinteressanten Beiträgen die pseudowissenschaftliche Evolutionstheorie nicht mehr. Bleiben Sie einfach bei der Darstellung der wunderschönen Natur, wenn Sie dem Schöpfer die Anerkennung nicht gönnen wollen oder können.

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  • Philippe Kummer,

    schöner bericht

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  • wiwa,

    Herzlichen Dank für die interessanten Facts. Einmal mehr wird uns klar, wie genial die Natur steuert.

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  • Romolo Honegger,

    Sehr interessante Angaben über das "Eisbören-Wunder"

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  • Michel Zurlino,

    Sehr interessander Bericht, die Natur ist das grösste Wunder der Erde.

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  • Thomas Schillmeier,

    Ein guter Bericht. Zuerst dachte ich mir, es handele sich wieder einmal um Werbung, aber dann war ich doch überrascht von den Fakten. Ich freue mich schon auf einen nächsten ,spannenden Artikel. Danke.

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  • Andreas Llüscher,

    Wirklich sehr beeindruckend dieser Bericht über die Eisbären.

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  • Edi Berger,

    Danke für den schönen zur Jahreszeit passenden Bericht. Die Menschheit könnte tatsächlich noch viel lernen von der Tierwelt. In diesem Sinne, schöne Festtage an alle

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  • Moser,

    Das ist super. merci

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  • LOO, Sien Ping,

    Der weisse Bär überlebt, weil er hat Menschen Fleisch gegessen !

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  • Moser Hansueli,

    Danke Alfred für den guten Bericht. Es ist eindrücklich was da so alles abgeht.

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  • Hans Stooss,

    Interessanter Bericht und mein Wissen erweitert, bin im Juni/Juli 17 selber für 3 Wochen in der Arktis unterwegs, ich hoffe das wir den einen oder anderen Eisbär sehen werden, auch noch was wissenswertes, auf Spitzbergen hat es ca. 2900 Einwohner und ca. 3000 Eisbären womit die Mehrheitsverhältnisse auch erklärt sind.

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  • Daniel Kiefer,

    Der Text über den Eisbären ist äusserst interessant und beeindruckend. Wir können von der Natur noch viel lernen!

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  • Dragan Blazevic,

    Danke für interessanter Bericht, sehr interesante Informazion!

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  • Pino Pacifico,

    Nur Schade, dass diese tollen tiere Ihren Lebensraum verlieren. Die Natur hätte mal wieder auf alles eine Antwort. Danke für den tollen Artikel !!

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  • Anonymous,

    Toll!!! Das lässt wieder ein wenig Hoffnung in den von beängstigenden Nachrichten übervollen Alltag! Danke, Herr Baumann!

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  • Rohrbach Regula,

    Die Natur gibt uns so viel, nur sind wir einfach nicht fähig, diese zu achten und Sorge zu tragen. Nur kann man halt Handys und Geld nicht essen !!! Danke für diesen interessanten Bericht.

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  • Toni Arnold,

    Also lasst uns Siedlungen für Flüchtlinge und Obdachlose mit dieser Technik bauen.Nicht mit Profit sondern zu einem guten Preis für alle. (Tagtraum,-)

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  • Anonymous,

    Der Schöpfer-Gott hat den wunderbaren Esbär geschaffen und so vieles in ihn hineingelegt, da staunt der Mensch. Der gleiche Schöpfer sagt in den Psalmen. " Ich danke dir dafür, das ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke ; das erkennt meine Seele wohl." Da staune ich weiter. Danke. Werner Burri

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  • Edith Kohler,

    Sehr lehrreicher Bericht. Darum ist es ja auch so wichtig, dass die Eisbären eine genügend dicke Fettschicht haben!

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